" Abschied ", 1985 - Öl auf Leinwand - 100 x 100 cm
Zur Person:
Geboren
1956 in Singen
Berufsausbildung,
Tätigkeit in der Industrie
Als
Maler Autodidakt
Seit
1980 Freiberuflich tätig
1986
Studienreise Singapur, Philippinen, Südafrika
1989-1990 Auslandsaufenthalt in San Diego, Kalifornien, USA
1991
und 1996
Studienreise
nach Kalifornien
2
Kinder
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auszug):
1979
Galerie Schwarzes Kloster, Freiburg
1983
Rathaus Stuttgart, Kunstverein Ludwigsburg, Württemberg.Kunstverein
1983-89
Haus der Kunst, München
1995
Junge
Kunst aus Baden-Württemberg, Stuttgart/Singen
1996
„Neue
Darmstädter Sezession“, Darmstadt
1989 u. 90 Sterling Gallery, San Diego
1995
Deutschlandbilder“,
Friedrich-Naumann-Stiftung, Königswinter
Öffentliche
Ankäufe:
Regierungspräsidium
Tübingen, Freiburg
Kunstmuseen
Engen, Singen
Sparkasse
Singen
Zu den Arbeiten Roland Heyders
Kunst: Ausdruck einer
Individualität.
Robert Musil
Was Roland
Heyder sich auf die Ochsentour selbst beigebracht hat, dafür müssen manche
jungen Leute viele Jahre studieren. Seine „Akademie des Lebens“ jedenfalls
hat ihn weit gebracht, hat ihn aber auch vor Hochmut bewahrt und hat ihm die
seltene Gabe des Humors in der Kunst beschert. Wie anders könnte er so
ungeniert und gekonnt seine gemalten Collagen ersinnen, oder sein
augenzwinkerndes Ölbild „Vermeers Malkunst“! Eine Kopie? Gewiss auch das!
Altmeisterliche Technik, Drapierungen, Maler und Modell,
selbst der flämische Lüster, die Landkarte, das seltsam intime und
zugleich doch helle Atelierlicht: alles originalgetreu,
wäre da nicht auf eben dieser Landkarte
eine moderne junge Frau zu sehen, die sich ein wenig fragend in dieser
Inszenierung umsieht, wäre die leichte Ironie, das Spiel mit der Vergangenheit
gar nicht sofort erkennbar. Landschaften, Interieurs, Akte, Collagen, was auch
immer unter Roland Heyders Händen entsteht ist von einer ungemeinen Liebe zum
Detail bestimmt. Er setzt seine
grauen Wolken in leblose Landschaften, lässt
das Licht auf seine altmeisterlichen Miniaturlandschaften leuchten, zu
denen er oft in seinen Bildern Ausblicke eröffnet, er zitiert, setzt gelegentlich
aber auch – einer Collage vergleichbar – unterschiedlichste Komponenten und
Aussagen zu einem Bild zusammen, so
im 1999 entstandenen Ölbild „Otto Dix“, in dem sich neben dem Porträt des
Künstlers Zitate aus seinen Werken, Reflektionen über Leben und Tod,
Szenen aus Dix’schem Inferno aber auch Architektur und romantische
Landschaftsszenen finden lassen. Einen Zug zur Romantik, gepaart mit der ihm
eigenen Ironie, entdeckt man häufig in den Heyder’schen Bildern, so auch in
„Geschlechtertrennung“ von 1996. Aus der Leinwand, die im
Bildvordergrund mit einem Panzernashorn nebst dem eben dieses zeichnenden
Bleistift, einem Apfel und einer ihn zerteilenden Klinge besteht, deren Schaft
nach oben zu einem Regenrohr mutiert, wächst ein Haus. Mit einer optischen
Brechung auf halber Höhe, als veränderten sich da die Luftschichten,
perspektivisch so gestaltet, dass der Betrachter sich unwillkürlich nach hinten
beugt, Das schöne, südländisch anmutende Haus, von dem der
Putz abbröckelt, beherbergt Menschen, links den Mann, der sich weit aus
dem Fenster lehnt, mit einer Angel einen Vorhang lüftend, der über einem
Mauerdurchlass hing und der jetzt den Blick in eine schöne südliche Landschaft
freigibt. In der rechten Abteilung des Hauses die Damen, eine wie eine Allegorie
als Rückenakt im Fenster stehend, die andere - ebenfalls ein Akt – sich weit
aus dem Fenster herausbeugend, um den Angelnden zu reizen oder nur zu
betrachten, der jedenfalls scheint sich nur für seine Angel zu interessieren
scheint. Eine Allegorie? Ein Vexierbild? Man wünscht sich einen schmunzelnden
Roland Heyder in dieses Bild, der dem Betrachter zu weiteren Spekulationen
auffordert.
Zur
Technik
Roland Heyder
bevorzugt Öl und Leinwand, wenn er
sich auch recht erfolgreich als Fotograf und Lithograph betätigt hat. Allein im
Öl, so sagt er selbst, fühlt er sich zuhause.
Manche seiner Bilder entstehen fast im Augenblick ihrer Idee, die meisten jedoch
brauchen eine lange Reifezeit; die zeitaufwendige Technik der Fertigstellung des
jeweilig in Arbeit befindlichen Bildes erlaubt diese lange Vorbereitungszeit.
Lydia Jantzen-Philipp